Ahmad aus Syrien ist eines dieser Kinder
Mit elf Jahren musste er die Schule verlassen, um zu arbeiten – oft 16 Stunden am Tag. Er war körperlich und seelisch erschöpft, als das Team der Caritas Syrien ihn fand. Dank psychologischer Betreuung und Unterstützung für seine Familie konnte Ahmad zurück in die Schule. Heute darf er wieder lernen, spielen und Kind sein.
So wie Ahmad geht es Millionen Kindern weltweit. Über 473 Millionen Kinder leben inmitten von Krieg und Gewalt. In Syrien allein sind mehr als 7 Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein Drittel der Schulen ist zerstört, 2,4 Millionen Kinder können nicht lernen.
Kurt Sonneck, Direktor der Caritas Salzburg, war im November in Syrien
„Zwischen zerbombten Häuserzeilen, vorsichtiger Hoffnung und Menschen, die trotz allem nicht aufgeben: Meine Reise nach Syrien hat mich tief bewegt. Ich habe Orte gesehen, die zu Geisterstädten geworden sind – entvölkert, zerstört, still – und gleichzeitig erlebt, wie Caritas-Projekte Kindern, Familien und Bauern wieder eine Zukunft schenken.“
Ganze Straßenzeilen bestehen nur aus Ruinen. Links und rechts türmt sich Müll, eine Müllabfuhr gibt es nicht. Hoffnung wirkt an solchen Orten fern, was bleibt ist Resignation.
Bildung schafft Zukunft
„Besonders berührt und beeindruckt hat mich das Projekt SHINE für Kinder in Damaskus und Aleppo. Vormittags gehen sie in die Schule, am Nachmittag in sichere Lernräume“, erzählt Kurt Sonneck. Das Angebot umfasst Schulmaterial, Lernförderung, psychosoziale Betreuung, Musik- und Theaterworkshops – und jeden Tag eine warme Mahlzeit. Eltern und Lehrkräfte werden geschult; Kinder mit Behinderung sind selbstverständlich integriert.
„Für viele Kinder ist Bildung ein unerreichbarer Traum. Es ist ein stetiger Kampf ums Lernen“, sagt Sarah Hazeem, Programmleiterin der Caritas Syrien. „Tausende Schulen sind beschädigt oder zerstört, Lehrkräfte fehlen und die Schulwege sind oft lebensgefährlich. Drei Millionen Kinder können überhaupt nicht zur Schule gehen. In den wenigen funktionierenden Schulen in den Städten drängen sich bis zu 100 Kinder auf dem Boden sitzend in kleinen Klassenräumen.“
Die Möglichkeit des Schulbesuchs liegt der Caritas besonders am Herzen, denn ein Schulbesuch ist für Kinder in Not alles andere als selbstverständlich. „Lernen zu dürfen, den oft tristen Wohnverhältnissen für kurze Zeit zu entfliehen, sich sicher und beschützt zu fühlen und oft die einzige warme Mahlzeit am Tag – das alles ist für die Kinder ein großes Glück. Am wichtigsten jedoch: Bildung schützt vor Kinderarbeit und Gewalt, Bildung ist die Basis für eine bessere Zukunft, für den Weg aus der Armut“, sagt Kurt Sonneck.
Wiederaufbau der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft war einst das Rückgrat Syriens – heute liegt sie in Trümmern. Das Projekt KAMEH unterstützt 1.500 Menschen mit Tieren, Werkzeugen und vor allem mit Schulungen. „Wir besuchten eine Bäuerin, die an der „Farmer-School“ teilnimmt und lernt zum Beispiel, wie sie ihre Tiere vor Krankheiten schützen, auf ihrem Hof Wasser und Dünger sparen und wie sie die Produkte verarbeiten und verkaufen kann“, erzählt Kurt Sonneck.
Sozialberatung und Nothilfe
„Wir besuchten eine Familie in einer eiskalten Wohnung: keine Fenster, vier Grad Außentemperatur, sie sitzen auf dem Boden. Der Vater floh zu Beginn des Krieges in den Libanon, kehrte aber nach Syrien zurück. Die Kinder wurden im Libanon geboren, sie besaßen keine Dokumente. Allein die Registrierung kostet 50 Dollar – ein durchschnittlicher Monatsverdienst in Syrien liegt bei 70 bis 80 Dollar. Die Caritas übernimmt die Kosten, kümmert sich um Ausweise, Schulmaterial und Einschreibung – ein Schritt zurück ins Leben.
Engagement, das bleibt
Die Caritas arbeitet seit über 20 Jahren in Syrien, gemeinsam mit lokalen Partnern, die das Land in- und auswendig kennen. Viele syrische Mitarbeiter haben selbst alles verloren – und helfen dennoch unermüdlich anderen. „Wir bauen hier gemeinsam an einer Zukunft“, sagt eine Kollegin. „Wenn wir das nicht schaffen, werden noch mehr Menschen Syrien verlassen müssen.“
Mit Spenden können wir…
- Akute Not lindern: mit warmen Mahlzeiten, Trinkwasser, Notunterkünften, Heizmaterial und Kleidung.
- Schutz und Geborgenheit bieten: durch Kinderzentren, sichere Räume, Evakuierungen und psychosoziale Begleitung.
- Bildung ermöglichen: mit Schulmaterial, Förderklassen und Lernangeboten – auch dort, wo Schulen zerstört sind.
- Besonders verletzliche Kinder stärken: mit barrierefreien Angeboten, Therapien und individueller Förderung.
Kriege rauben Kindern nicht nur ihre Kindheit, sondern auch die Chance auf eine sichere Zukunft. Bitte unterstütze uns!