Mein Name ist Michaela Geisler, ich komme ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, lebe aber schon seit 18 Jahren in Bischofshofen. Seit zwei Jahren bin ich nun in Pension. Also, einmal pro Woche arbeite ich noch als Verkäuferin im Einzelhandel in Salzburg, was mir nach wie vor Spaß macht. Letztes Jahr im Herbst fand ich einen Flyer in meinem Briefkasten, auf dem das Caritas Projekt „Bewegende Begegnungen“ vorgestellt wurde. Das hat mich neugierig gemacht und online fand ich dazu weitere Infos. So habe ich Kontakt aufgenommen mit der Leiterin des Caritaszentrums in Bischofshofen, Renate Stromminger, die für das Projekt verantwortlich ist. Zufällig traf sich gerade eine kleine Bastelrunde im Haus und ich habe da gleich mitgemacht. Dabei habe ich erfahren, dass es weitere Möglichkeiten zur freiwilligen Mitarbeit gibt. Das „Allerweltscafé“ unter dem Motto „Kaffeeplausch für alle“ hat mich neugierig gemacht. Und seit einigen Monaten bin ich nun freiwillige Mitarbeiterin bei diesem wöchentlichen Beisammensein von Frauen mit Migrationshintergrund.
Die Treffen zur Deutschkonversation sind jeden Freitag von 10:15 – 11:15 im Café Melo in Bischofshofen. Den Auftakt machte ein Schnuppertermin, zu dem mich Petra Stranger-Zadig eingeladen hat, die uns auch Unterlagen wie Arbeitsblätter zur Verfügung stellt. Sie ist die Leiterin des Lerncafés in Bischofshofen. Mit ihr kann ich mich auch gut austauschen, wenn ich Fragen zu den Treffen habe. Petra hat eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet, da melden sich die Frauen am Vortag für den Freitagtermin an. Letzte Woche sind zum Beispiel acht Frauen gekommen. Die Gruppe wächst durch Mundpropaganda. Im Café Melo besteht für uns kein Konsumationszwang, derzeit verzichten die Frauen aber ohnehin auf Getränke, da sie den Ramadan einhalten. Ausnahme ist eine schwangere Frau, sie muss natürlich etwas trinken. Es können auch Kleinkinder mitgebracht werden, für die haben wir Spielsachen, die meisten Kinder sind aber im Kindergarten oder schon in der Schule. Über private Themen wird eher wenig gesprochen, aber ich konnte bereits kleine Hilfestellungen geben, so zum Beispiel als mich eine Frau nach einem Facharzt gefragt hatte.
Wichtig ist es, dass sich die Frauen bei unseren Treffen auf Deutsch unterhalten, auch wenn es natürlich einfacher ist, dass sich die mit gleicher Muttersprache in ihrer Sprache unterhalten. Aber ich merke, wie wichtig es allen ist, ihr Deutsch zu verbessern. Von ihnen bekommen wir jedes Mal super Feedbacks, die Frauen bedanken sich für die Unterstützung und sagen uns, dass es sie sehr gefreut hat, beim Treffen dabei gewesen zu sein.
Da ich selbst begeistert von meiner neuen Aufgabe bin, erzähle ich auch gern davon. Die Reaktionen sind dabei sehr unterschiedlich. In der Firma reicht das von Bewunderung bis zu Verwunderung, dass ich als Freiwillige arbeite. Und meine Familie in Deutschland war richtig überrascht. Naja, vielleicht gehe ich da einfach mit gutem Beispiel voran. Für mich ist das eine neue Erfahrung, die mir richtig Freude macht!
Michaela Geisler
Der Bericht ist eine Zusammenfassung eines Gesprächs mit Ingrid Ebner, Mitarbeiterin in der Abteilung Freiwilligenarbeit.