Am 1. März 2026 startet die Caritas Haussammlung in Stadt und Land Salzburg sowie im Tiroler Unterland. Tausende freiwillige Haussammlerinnen und Haussammler aus den Pfarren machen sich auf den Weg, um Spenden für Menschen in Not aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu sammeln. Die Hilfe kommt dort an, wo sie am nötigsten gebraucht wird. 40 % der Spenden bleiben in den Pfarren, 60 % gehen über die Caritas an Menschen in Not in der Region.
Möglich ist die Sammlung nur durch das Engagement der Pfarren und der freiwilligen Sammlerinnen und Sammler. Kurt Sonneck, Direktor der Caritas Salzburg: „Herzlichen Dank an alle Haussammlerinnen und Haussammler sowie an alle Beteiligten in den Pfarren! Ihr unermüdlicher Einsatz ist ein starkes Zeichen von Zuversicht und Achtsamkeit und ein wirklicher Lichtblick für Menschen in Not. Gemeinsam mit den Pfarren helfen wir direkt vor Ort, in den Gemeinden und der Nachbarschaft. Durch die Haussammlung sind wir nahe bei den Menschen und erfahren, wo Unterstützung gebraucht wird.“
Für die Pfarren bedeutet die Haussammlung eine weitere Gelegenheit, mit verschiedensten Menschen aus der Gemeinde persönlich in Kontakt zu kommen.
Zum Beispiel in Grödig: Jedes Jahr klopft Ludmilla Gruber in ihrem Heimatort an unzählige Türen und erlebt dabei Momente, die man nicht vergisst. Seit 16 Jahren sammelt sie nicht nur Spenden, sondern Begegnungen, Vertrauen und Geschichten aus ihrem Ort. Ihre Rundgänge zeigen, wie viel Herz in einer Gemeinde steckt und warum ihr Einsatz so besonders ist.
Melanie Winkler ist seit zwölf Jahren als Haussammlerin in Thalgau unterwegs. Sie erzählt: „Ich habe durchs Sammeln viele Leute in der Umgebung kennengelernt, es entwickeln sich gute Gespräche, Nähe und Vertrauen entsteht.“ Ihre Erfahrung zeigt: „Wichtig ist, dass die Spende in der Gemeinde bleibt. Wenn die Menschen wissen, dass das Geld hier bei uns verwendet wird, spenden sie gerne.“
Für Melanie Winkler ist das Sammeln mittlerweile mehr als eine Aufgabe – es ist ein Erlebnis: „Es ist wie ein Spaziergang mit Sinn.“
Ein Sammler aus dem Tennengau (er möchte nicht namentlich genannt werden) erzählte uns: „Ich stelle meine Zeit zur Verfügung, damit es Menschen, die materiell nicht so gut gestellt sind, besser geht. Für mich ist der soziale Aspekt entscheidend: unterstützen, da sein, helfen. Interessant ist, dass Menschen mit Migrationshintergrund oft viel aufgeschlossener sind und eher spenden – vielleicht, weil ihnen selbst einmal geholfen wurde und sie etwas zurückgeben möchten. Hilfe ist absolut wichtig. Das ist mein Hauptbeweggrund: Ich schenke meine Zeit, damit Caritas und Pfarre jene unterstützen können, die es brauchen.“
Wichtig dabei ist: alle Haussammler*innen können sich ausweisen.
Haussammlung als wichtigste Spendenaktion für die Region
Menschen am Rand der Gesellschaft werden zunehmend finanziell abgehängt. Sie können sich den Alltag nicht mehr leisten, Grundbedürfnisse nicht stillen. Die Caritaszentren und die Sozialberatung der Caritas werden überwiegend aus Spenden finanziert, die Spenden aus der großen Haussammlung im März tragen hier einen wesentlichen Teil bei. Kurt Sonneck: „Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der Türen offenstehen, Menschen geholfen wird und niemand Not und Einsamkeit erfahren muss. Die Haussammlung steht für Zusammenhalt und ein Miteinander in unserer Gesellschaft. Und sie ist ein Zeichen, dass Menschen die Not in ihrer Nachbarschaft nicht egal ist und Verantwortung füreinander übernommen wird. Für mich ist die Haussammlung eine Herzensangelegenheit: Hilfe von Menschen, mit Menschen und für Menschen.“
Auch heuer geht Kurt Sonneck in seinem Heimatort Seekirchen wieder selbst von Tür zu Tür: „Dabei begegne ich vielen Menschen, die offen über ihre Sorgen sprechen – und genauso über ihre Bereitschaft zu helfen. Diese direkte Begegnung berührt mich jedes Jahr aufs Neue und bestärkt mich darin, dass wir gemeinsam viel bewirken können.“
Vielfältige und flächendeckende Hilfe in der Region
In den Caritas-Zentren in Neumarkt, Bischofshofen, Zell am See und Tamsweg, in St. Johann/Tirol, in Wörgl und in der Sozialberatung Stadt Salzburg stehen Mitarbeiter*innen persönlich, telefonisch und online zur Verfügung. Hier stehen Beratung und Nothilfe im Mittelpunkt. So werden Menschen zum Beispiel informiert, welche staatlichen Unterstützungsleistungen es gibt und wie diese beantragt werden können. Je nach Situation erhalten Betroffene zudem finanzielle Unterstützung oder Lebensmittelpakete bzw. Gutscheine.
In den Sozialmärkten Wörgl und St. Johann/Tirol gibt es günstige Lebensmittel und Produkte des täglichen Gebrauchs und in den Carla-Second-Hand-Shops in der Stadt Salzburg (Herrnau, Lehen, Aigen) sowie in St. Johann/Tirol bietet die Caritas günstige Kleidung an.
So wie das Leben bunt ist und Menschen oft existenziell herausfordert, so vielfältig sind auch die Hilfsangebote der Caritas. So werden Menschen mit Behinderung in stationären Einrichtungen, wie im Dorf St. Anton oder am Mathiashof, in Tageszentren oder mobil in der persönlichen Assistenz betreut, schwer kranke Menschen werden auf ihrem letzten Lebensweg von den mobilen Palliativteams in Salzburg Stadt und Umgebung sowie im Lungau, Pinzgau und Pongau begleitet. Eltern mit Kindern in Krisensituationen unterstützen wir mit unserer Familienhilfe. Schüler*innen, die Hilfe beim Lernen brauchen, bekommen kostenlos in den Caritas Lerncafés in Salzburg, Hallein, Bischofshofen, Altenmarkt, Zell am See und Mittersill Unterstützung. Jugendliche finden Rat und Hilfe beim Streetwork in der Stadt Salzburg, in Hallein, Bischofshofen und Saalfelden.
Das und noch viel mehr wird auch durch die Haussammlung mitfinanziert und unterstützt.
Haussammler*innen gesucht
Die Pfarren und die Caritas freuen sich über Unterstützung bei der Haussammlung. Neue Haussammler*innen werden immer gesucht. Jede und Jeder ist willkommen; egal wie viel Zeit man investieren kann, und sei es nur ein Tag. Jede Hilfe ist wertvoll.
Wenn Sie mithelfen wollen, melden Sie sich bitte in ihrer Wohnsitzpfarre im Sekretariat.