Einsamkeit im Alter ist ein wachsendes gesellschaftliches Problem, auch in urbanen Räumen. Die Stadt Salzburg und ihr Zentralraum sind davon ebenso betroffen: 27,6 % der Bevölkerung sind über 60 Jahre alt – Tendenz steigend. Bis 2030 wird mehr als jede dritte Person in Österreich dieser Altersgruppe angehören. Trotz der urbanen Infrastruktur fehlt es an nachhaltigen, niederschwelligen Angeboten zur Förderung sozialer Teilhabe, insbesondere für ältere und hochaltrige Menschen.
„Gemütlich auf der Bank sitzen, einander zuhören, sich austauschen und mit positiven Gedanken nach Hause gehen – das sind die Momente, die sich so viele Menschen wünschen“, erklärt Kurt Sonneck, Direktor der Caritas Salzburg. „Mit den ‚Plauderbankerl‘ bieten wir nun die Möglichkeit, das zu tun. Das Prinzip ist einfach: Wer Platz nimmt, kann plaudern – ohne Anmeldung, ohne Hürde, mit Zeit und Aufmerksamkeit.“
Die Caritas startet mit zwei Bankerl in der Stadt Salzburg:
Huemerpark, Bräuhausstraße 1 - Start ab 13.5: Mittwochs 10-12 Uhr und 14-16 Uhr
Maxglaner Friedhof, - Start ab 11.6: Donnerstags 10-12 Uhr und 14-16 Uhr
Stadträtin Andrea Brandner: „Das Plauderbankerl ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie wir mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielen können. Es schafft Orte der Begegnung, stärkt den sozialen Zusammenhalt und setzt ein wichtiges Zeichen gegen Einsamkeit in unserer Stadt. Mein Dank gilt allen Beteiligten und Freiwilligen, die dieses wertvolle Projekt mit Leben füllen.“
Kongenial – Gemeinsam lebt sich´s schöner!
Das Plauderbankerl wird im Rahmen des Projektes „Kongenial“ umgesetzt. Durch Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenarbeit und gemeinschaftliche Aktivitäten stärkt Kongenial Solidarität und eine Kultur der Fürsorge. Mit dem Projekt entstehen neue Begegnungsräume für ältere und vulnerable Menschen, die von Einsamkeit betroffen und bedroht sind. Das fördert soziale Teilhabe älterer Menschen, wirkt Einsamkeit entgegen, verbessert Lebensqualität im Alter und stärkt langfristig das zivilgesellschaftliche Miteinander. Das Projekt wird vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) gefördert und vom Rotary Club Salzburg Altstadt unterstützt.
„Als Arzt erlebe ich täglich, wie stark Einsamkeit die Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen beeinflusst“, sagt Dr. Richard Krausler vom Rotary Club Salzburg-Altstadt. Genau hier setzt Kongenial an: Es schafft Begegnung, stärkt soziale Netze und gibt Menschen das Gefühl, gesehen und gebraucht zu werden. Als Rotarier ist es mir ein großes Anliegen, solche nachhaltigen Initiativen zu unterstützen, die Gemeinschaft und Verantwortung füreinander fördern. Mein Appell: Nehmen wir uns Zeit füreinander – oft beginnt Hilfe mit einem einfachen Gespräch.“
Susanne Pichler von „Empathia – Pflege und Hilfe im Alltag“ ergänzt: „In der Pflege erlebe ich jeden Tag, wie viel Gemeinschaft bewirken kann. Wenn Menschen sich begegnen, miteinander sprechen und Zeit teilen, entsteht Lebensfreude, Sicherheit und neue Kraft. Genau das macht einen echten Unterschied im Alltag der Menschen. Kongenial schafft solche wertvollen Verbindungen. Und genau deshalb unterstütze ich diese Initiative aus voller Überzeugung. Schenken wir einander Zeit. Gemeinschaft macht unser Leben reicher. Schauen wir aufeinander.“
Mitmachen beim Plauderbankerl der Caritas
Wir suchen Freiwillige, die ab Mitte Mai Zeit haben, als Gesprächspartner*innen beim Projekt mitzumachen.
Zeitaufwand: 2 Stunden pro Woche
jeweils am Mittwoch von 10.00 – 12.00 Uhr oder von 12.00 – 14.00 Uhr
(nur bei Schönwetter).