Zwei junge Frauen stehen vor einer Staffelage

Art against Poverty: Live-Painting

Mit dem Kunstwettbewerb „Art against Poverty“ lud die Caritas Salzburg über den Sommer alle Menschen ab 14 Jahren dazu ein, sich kreativ mit dem Thema Armut auseinanderzusetzen.
Mehr als 60 Werke kamen von Schüler*innen, professionellen Künstler*innen, Hobbykünstler*innen, Caritas-Mitarbeiter*innen sowie Klient*innen. Genauso vielfältig wie die Menschen hinter den Bildern waren auch die Perspektiven auf das Thema Armut: berührend, nachdenklich, kritisch, hoffnungsvoll – explizit wie auch abstrakt.
 
Mitte August wählte eine fünfköpfige Jury das Siegerbild aus:
„Stage five 3“ von Alexandra Zopf, einer 17-jährige Schülerin aus St. Gilgen, der es wichtig war und ist, mit ihrer Kunst ein Zeichen zu setzen. Stage five 3“ lautet der Titel von Alexandras Kunstwerk. Stage five bezeichnet die Phase der Hungersnot im Gazastreifen, 3 steht für das dritte Bild der Reihe.

„Die Berichte, Bilder und Videos aus Gaza waren medial extrem stark verbreitet, das hat viele zum Nachdenken angeregt, auch mich. Das Leid der Menschen ist unfassbar, ich widmete deshalb drei Gemälde diesem Thema. Das Bild der von ausgezehrten Händen gehaltenen verdellten Schüsseln ist das dritte dieser Reihe und greift die zu dem Zeitpunkt ausgerufene Hungersnot der Stufe 5 in Gaza auf – es ist die höchste Stufe akuter Lebensmittelunsicherheit“, erklärt Alexandra. 

Die Jury gratuliert Alexandra Zopf herzlich zu diesem großartigen Kunstwerk: „Das Gemälde berührt unmittelbar und greift direkt das Thema Armut und Hunger auf. Gleichzeitig eröffnet es Raum für weitere Interpretationen: Auch in Österreich erleben Menschen Armut oft verborgen vor den Augen anderer. Das Bild macht diese Unsichtbarkeit eindrucksvoll sichtbar und regt zum Hinschauen an. Auch technisch ist es beeindruckend umgesetzt!“  

So geht es weiter: Auf die große Leinwand bei der Langen Nacht der Museen
Mit der Auswahl des Siegerbildes ist die Aktion noch nicht zu Ende. Derzeit entwickelt die Salzburger Graffiti-Künstlerin Tamara Volgger eine Skizze für die große Leinwand. Grundlage dafür ist das Gewinnerbild, das Tamara in ihrem persönlichen Graffiti-Stil interpretieren wird.

Das fertige Motiv entsteht bei einem Live-Painting am 3. Oktober im Offenen Himmel in Salzburg im Rahmen der Langen Nacht der Museen. Selbstverständlich ist auch unsere Gewinnerin zu diesem besonderen Event eingeladen, wo auch ihr Originalwerk präsentiert wird.
 
„Für mich ist es eine Ehre, dass mein Motiv von Tamara groß als Graffiti umgesetzt wird. Ich habe schon einmal einen Graffiti-Workshop mit der Schule besucht und finde das richtig cool. Mir ist die Botschaft dahinter ein großes Anliegen und ich freue mich, wenn es Aufmerksamkeit bekommt“, sagt Alexandra Zopf.
 
„Ich habe schon mit vielen Jugendlichen zusammengearbeitet. Ein Talent wie Alexandra habe ich jedoch noch nie erlebt. Ich bin begeistert, welche großartigen Werke beim Wettbewerb eingereicht wurden, und freue mich sehr auf das Live-Painting“, sagt Tamara.
 
Graffiti for Good
Die fertige Graffiti-Leinwand wird anschließend zugunsten armutsbetroffener Menschen versteigert. Damit lebt die ursprüngliche Idee des Wettbewerbs weiter: Kunst macht nicht nur auf Armut aufmerksam, sondern hilft ganz konkret dabei, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen.

Denn: Rund 71.000 Menschen im Bundesland Salzburg sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das entspricht rund 13 Prozent der Bevölkerung, im Vergleich zu 2024 ist das eine Steigerung von etwa 10.000 Menschen bzw. 1 % der Bevölkerung (EU-SILC 2025). „Grundsätzlich sind die Kontakte und Klient*innen praktisch gleichbleibend mit ca. 2.400 Klient*innen und ca. 9.000 Kontakten jeweils im ersten Halbjahr 2025 und 2026“, erklärt Torsten Bichler, Leiter Soziale Arbeit bei der Caritas Salzburg. „Hintergrund ist vor allem, dass wir mit dem aktuellen Personalstand etwa diese Anzahl an Kontakten abwickeln können. Was wir bemerken ist, dass die Zahl der Kontakte pro Klient*in weiterhin leicht steigt – das heißt, die Problemlagen und Herausforderungen werden komplexer, es sind mehrere Beratungstermine nötig – wir sprechen hier von durchschnittlich 3-4 Kontakten pro Klient*in.“