Einrichtungsleitung Marion Kreidenhuber, Caritas-Direktorin Andrea Schmid und Christian Reisinger vom Bewohnerservice Bolaring stellten den Nachbar*innen das Haus Lukas vor.

„Haus Lukas“ – Neues Zuhause für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Nun gibt es Klarheit über die Zukunft des ehemaligen Seniorenwohnhauses Bolaring in Salzburg-Taxham: Die Caritas Salzburg wird das Haus unter dem Namen „Haus Lukas“ als Wohn- und Betreuungseinrichtung für Menschen ab 45 Jahren mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen führen. Die Renovierungs- und Umbauarbeiten sind bereits im Gange.

„Wir freuen uns sehr, dass nun alle Voraussetzungen für die Weiterführung des Hauses geklärt sind und wir dieses wichtige Angebot für Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen schaffen können“, betont Andrea Schmid, Direktorin der Caritas Salzburg.

Die Bauarbeiten sollen bis Oktober abgeschlossen sein. Der Einzug der ersten Bewohner*innen ist für November vorgesehen. Dabei wird das Haus bewusst schrittweise in Betrieb genommen. Geplant ist zunächst die Eröffnung mit 15 Wohnplätzen im Jahr 2026. Weitere 19 Plätze sollen im Jahr 2027 folgen. Insgesamt bietet das Haus künftig 34 Menschen ein Zuhause.
 
Ein gutes Miteinander mit den Nachbar*innen ist der Caritas ein besonderes Anliegen. Am 20. Juli fand der erste Nachbar*innen-Dialog statt. Daran nahmen unter anderem Andrea Schmid, Direktorin der Caritas Salzburg, Christian Reisinger vom Bewohnerservice Bolaring und Einrichtungsleiterin Marion Kreidenhuber teil, etwa 25 Nachbar*innen aus der Siedlung nutzen den Termin zur Information, Fragen konnten beantwortet und manche Sorgen verringert werden. „Viele Bedenken betreffen den Umstand, dass die Siedlung viele offene Zugänge und wenig Privatsphäre hat“, sagt Christian Reisiger. „Wir konnten einige Bedenken nehmen und freuen uns auf die nächsten Termine.“
Die nächsten beiden Termine finden im September und Oktober statt.

Die Caritas verfügt über langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen. Seit vielen Jahren werden ähnliche Einrichtungen in Salzburg und Elsbethen geführt. „Der Bedarf an Wohn- und Betreuungsplätzen für diese Zielgruppe ist groß“, erklärt Einrichtungsleiterin Marion Kreidenhuber. „In unseren beiden bestehenden Einrichtungen – dem Albertus Magnus Haus in der Stadt Salzburg und der Altenpension in Elsbethen – leben derzeit 82 Menschen. Zusätzlich stehen aktuell fast 40 Personen auf der Warteliste. Für viele von ihnen sind klassische Seniorenwohnhäuser aufgrund ihrer besonderen Bedürfnisse keine geeignete Wohnform.“

Sorgen der Nachbar*innen ernst nehmen
Die Zukunft des ehemaligen Seniorenwohnhauses war in den vergangenen Jahren Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Dabei sind auch Fehlinformationen entstanden, die bei Nachbar*innen Sorgen ausgelöst haben. Marion Kreidenhuber: „Wichtig ist: Im Haus Lukas werden Menschen über 45 Jahre mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen wohnen, die intensive Begleitung und Unterstützung im Alltag benötigen. Ziel der Einrichtung ist es, ihnen Schutz, Stabilität und eine langfristige Perspektive zu bieten.“
Im Haus gelten klare Regeln für ein respektvolles Zusammenleben. Zum Beispiel toleriert die Caritas keinerlei illegale Substanzen. Personen mit einer Suchterkrankung müssen sich in ärztlich begleiteter Behandlung (Substitution mit Ersatzprodukten) befinden. Ein Teil der Bewohner*innen konsumiert Alkohol oder Tabak.
 
Herausforderung Personalsuche
Mit dem neuen Haus Lukas bringt die Caritas langjährige Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen ein. Gleichzeitig stellt die Personalsuche eine zentrale Herausforderung dar. Für den Vollbetrieb mit 34 Plätzen werden rund 27 Vollzeitäquivalente benötigt. Die Caritas zeigt sich jedoch zuversichtlich: Die Erfahrungen aus den bestehenden Häusern zeigen, dass sich viele qualifizierte Fachkräfte ganz bewusst für die Arbeit mit dieser Zielgruppe entscheiden.
 
Warum „Haus Lukas“?
Der Name Haus Lukas knüpft an eine lange christliche Tradition der Sorge um den Menschen an. Lukas der Evangelist wird in der Bibel als „der geliebte Arzt“ bezeichnet und steht für Heilung, Barmherzigkeit und die besondere Zuwendung zu Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sein Evangelium richtet den Blick insbesondere auf Kranke, Ausgegrenzte und Suchende.
In diesem Sinne versteht sich das neue Haus Lukas in Salzburg-Taxham als Ort der caritativen Begleitung – ein Haus, das Menschen mit psychischen und psychiatrischen Erkrankungen Sicherheit, Stabilität und neue Perspektiven für ihr Leben eröffnet.