Corona-Virus: Menschen in Krisenregionen besonders betroffen

Inzwischen hat sich das Coronavirus auch im Nahen Osten ausgebreitet. Die Infektions- und Sterbezahlen sind derzeit noch im moderaten Bereich, doch zeigen die Kurven in einigen Ländern bereits einen ähnlichen Anstieg wie anfangs auch in anderen Regionen.

Die Maßnahmen der Regierungen zum Schutz vor Ausbreitung verschärfen die ohnehin schwierige Situation der armutsbetroffenen Bevölkerung. 

Es trifft vor allem Menschen und deren Familien, die als Tagelöhner arbeiten und keine Reserven haben. Es trifft Flüchtlingsfamilien, deren gerade wieder aufgebaute Existenz in der Heimat vernichtet wird. Es trifft Kinder, die auf den Straßen um ihr Überleben kämpfen.

Libanon
Auch im Libanon hat der Coronavirus tragische Auswirkungen. Zwar hat das kleine Land relativ früh präventive Maßnahmen und strenge Regierungsmaßnahmen für die Bevölkerung eingeführt. Doch die große wirtschaftliche Krise, die 2019 bereits dramatische Auswirkungen auf die Bevölkerung hatte, wird durch die Situation noch verschärft. Das Gesundheitssystem im Libanon ist stark privatisiert, die ärmere Bevölkerung kann sich medizinische Behandlungen in Krankenhäusern nicht leisten. Zusätzlich harren dort noch immer über eine Million syrische Flüchtlinge aus, viele davon in Zeltlagern, die nun buchstäblich um ihr Überleben kämpfen. Allein in den ersten 3 Wochen erhielt die Caritas Libanon über 10.000 Anrufe über ihre Hilfshotline, alles Bitten um lebensnotwendige Unterstützung für Essen und Miete, sowie Schulgeld. Die Kinder, die über Projekte der Caritas in Lernzentren und Schulen Schutz und Bildung finden konnten, müssen nun zuhause bleiben. Unsere Partner reagieren so flexibel wie möglich.

Das tun wir
Neben der Verteilung von Lebensmittelpaketen und Hygieneartikeln werden Kinder auch nach Schulschließung mit Lernmaterialien- und -videos versorgt. Zu dem Zweck werden Handywertkarten an die Familien ausgegeben, damit der Internetzugang ermöglicht werden kann. 

 

Syrien
In Syrien werden die Menschen mehrfach bedroht: Die COVID-19-Pandemie hat einer bereits katastrophalen Situation eine weitere Komplexitätsebene hinzugefügt. Im April wurde Syriens erster COVID-19 Fall bestätigt, seitdem steigen die Zahlen. Doch getestet wird wenig, es fehlt an Materialien und Ausstattung, die Dunkelziffer wird daher bereits viel höher eingestuft. Die WHO warnt vor einer Katastrophe. Seit Jahresbeginn haben die Kämpfe allein in Idlib mehr als 80 Krankenhäuser außer Betrieb gesetzt. Neun Jahre Konflikt haben das zuvor gute syrische Gesundheitssystem großteils zerstört. Zudem ist der Zugang für Hilfsorganisationen in manchen Regionen nach wie vor schwierig.

In Syrien kommt zu Krieg, Vertreibung und zerstörter Infrastruktur nun auch noch eine Epidemie, die den meisten ihre gerade erst wiederaufgebaute Einkommensquelle vernichtet. Die Folge sind erneut Hunger und größte Not.

Das tun wir
Unsere Partner in Syrien unterstützen betroffene Familien mit finanzieller Nothilfe, der Verteilung von Lebensmittel- und Hygienepaketen sowie mit Aufklärung und Information über Covid19 und Hygienemaßnahmen. 

 

Ägypten
Die bevölkerungsreichste Nation der arabischen Welt mit 100 Millionen Einwohnern hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes derzeit knapp 3.000 Fälle. Die Infektionsrate steigt täglich, die Dunkelfziffer wird weitaus höher geschätzt. Das enge Gesellschaftsleben, besonders in den Slums der Großstädte, erschwert die Kontrolle der Infektion erheblich. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, große öffentliche Versammlungen verboten, desinfizierte Straßen und öffentliche Plätze, und schloss Gotteshäuser und Schulen.

Das tun wir
Die Caritas unterstützt die vulnerabelsten Menschen weiterhin nach Kräften: Straßenkinder werden unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen weiterhin medizinisch versorgt, erhalten Hygieneartikel und werden über Gesundheitsrisiken aufgeklärt. Ebenso werden Einnahmequellen für KleinstunternehmerInnen möglichst aufrechterhalten, die ihr Überleben sichern. Nicht zuletzt ist auch die Kontakthaltung und die moralische Unterstützung durch die Mitarbeiter vor Ort von großer Bedeutung.

So können Sie helfen:

  • Mit  20 Euro wird eine Familie in Syrien mit Hygieneartikeln und Mund-Nasen-Schutzmasken versorgt.  
  • Mit  50 Euro erhalten  Straßenkinder in Ägypten  medizinische Versorgung und Aufklärung.
  • Mit 100 Euro kann eine 5-köpfige Familie im Libanon ein Monat lang mit Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln versorgt werden

Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie betroffenen Familien