Vier Berufe für Pflege und Betreuung mit 18 Jahren: Caritas-Schule mit neuer Ausbildungsform

11.05.21 / 09:30

Im Bild vorne v.l.n.r.:, Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg Schülerin Stefanie Zitz und Dr. Christian Stöckl, Landeshauptmann-Stellvertreter. Hinten: Johanna Harb und Helmut Bitschnau, die Direktoren der beiden Caritas-Schulen.

 

Die Ausbildung startet direkt nach der Unterstufe, nach neun Semestern sind die Schülerinnen und Schüler fit für alle Berufe in der Pflege und Betreuung: Als Pflegeassistent*innen und Fachsozialbetreuer*innen, aber auch für medizinische Assistenzberufe und als Bürokauffrau/-mann. Diese Schulform ist in Kombination mit der Schule für Sozialbetreuungsberufe einzigartig in Österreich. Das Land Salzburg übernimmt die Kosten für den Pflege-Teil der Ausbildung.

 

Dr. Christian Stöckl, Landeshauptmann-Stellvertreter: „Immer mehr junge Menschen entscheiden sich für eine Pflegeausbildung bzw. den Einstieg in diesen für die Gesellschaft wichtigen Berufszweig. In den letzten zehn Jahren haben mehr als 5.930 Menschen in Salzburg eine Pflegeausbildung abgeschlossen. Laut Landesstatistik benötigen wir bis 2025 noch zusätzlich rund 3000 Pflegekräfte. Bereits vor Jahren haben wir daher begonnen, Pflegeausbildungsplätze zu erhöhen und es zeigen sich erste Erfolge. 2020 konnte mit 658 Absolventen und Absolventinnen die Zahl der Abschlüsse einer Pflegeausbildung gegenüber 2010 verdoppelt werden. Die Pflege-Kampagne ,Das ist stark!’ konnte den Beruf vielen Interessierten näherbringen und hat bewirkt, dass wir die zusätzlichen Ausbildungsplätze im Bereich der Fachschulen, als auch jene im Bereich der Pflegeassistenz 2021 vollständig befüllen konnten. Ich bedanke mich bei all jenen, die Pflegeausbildungen in ihren Bereichen umsetzen, insbesondere der Caritas, die mit dieser neuen Ausbildungsform für Pflege und Betreuung beiträgt, dem Pflegekräftemangel entgegenzuwirken.“

 

Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg: „Der Fachkräftemangel in Pflege und Betreuung ist besorgniserregend und wird in den nächsten Jahren für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Deshalb brauchen wir neue und kreative Ansätze, um Fachkräfte für die Arbeit mit Menschen auszubilden, sowohl für Pflege- als auch für Betreuungsberufe. Unsere neue Schulform vereint beides und öffnet für die Absolvent*innen verschiedenste Möglichkeiten im stationären Bereich und in der Langzeitpflege und -betreuung. Vielen Dank an das Land Salzburg für die Unterstützung!“

 

Helmut Bitschnau, Direktor der caritas.schule für Wirtschaft und Soziales: „Wir kombinieren hier unsere beiden Caritas-Schulen und können die Ausbildung dadurch schon nach der Unterstufe und mit Verkürzung um ein Semester anbieten. Mit unserer neuen Schulform können wir junge Menschen für besonders wichtige zukunftssichere Berufe am Menschen ausbilden. Unsere langjährige Erfahrung in den beiden Caritas-Schulen sowie die Verzahnung unserer Fachschule mit der Schule für Sozialbetreuungsberufe stehen für ausgezeichnete Ausbildung und beste Chancen am Arbeitsmarkt.“

 

Johanna Harb, Direktorin der Caritas Schule für Sozialbetreuungsberufe: „Gerade in der Langzeitpflege, zum Beispiel in Seniorenwohnhäusern, ist die Kombination aus Pflege und Betreuung ganz wichtig. Und gerade in diesem Bereich wird ja der Bedarf angesichts der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren besonders stark ansteigen. Die jungen Leute beginnen mit 14 und sind mit 18 Jahren fertig ausgebildet. Wir können somit schon sehr junge Menschen auf die Reise in die Pflege- und Betreuungsberufe schicken. Mit 18 können sie ausgezeichnet qualifiziert in diversen Berufen zu arbeiten beginnen.“

 

 Fakten

  • Ausbildung in Kombination der caritas.schule für Wirtschaft und Soziales und der Caritas Schule für Sozialbetreuungsberufe
  • Vier Abschlüsse nach 9 Semestern mit 18 Jahren
  • Nach 6 Semestern: Basismodul für medizinische Assistenzberufe,  Bürokaufmann/frau, Berechtigung zur Berufsreifeprüfung
  • Nach 7 Semestern: Abschluss Pflegeassistenz (Mangelberuf)
  • Nach 9 Semestern: Abschluss Fachsozialbetreuung
  • Gesamt fünf Monate begleitende Praktika im Krankenhaus, Seniorenwohnhaus und im Behindertenbereich, als zentraler Bestandteil der Ausbildung 

 

Amelie Hock ist Schülerin der zweiten Klasse in der Fachschule für Sozialberufe der Caritas: „Mich spricht diese Ausbildungsform sehr an, ich kann sie nur jeder und jedem empfehlen, der in die Pflege will. Hätte es die Ausbildung schon gegeben, als ich begonnen habe, hätte ich das jedenfalls gemacht!“

 

 

Pflegeassistenz

Pflegeassistent*innen betreuen Menschen in der Akut- und Langzeitpflege und unterstützen Fachkräfte des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie Ärzt*innen im Bereich Diagnostik und Therapie. Sie helfen den Patient*innen bei der täglichen Körperpflege, richten Mahlzeiten an und unterstützen sie, falls erforderlich, beim Essen. Weiters mobilisieren sie die Patient*innen, helfen ihnen beim Aufstehen oder betten sie um, damit keine Liegekomplikationen auftreten. Pflegeassistent*innen verabreichen unter Anordnung und Aufsicht von Ärzt*innen und Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen Arzneimittel, führen standardisierte Blut-, Harn- und Stuhluntersuchungen durch, versorgen Wunden und überwachen medizinische Basisdaten, wie z.B. Puls, Blutdruck, Atmung oder Temperatur.

 

Fach-Sozialbetreuung

 In der Altenarbeit übernimmt der/die Fach-Sozialbetreuer*in in Seniorenwohnhäusern oder Tageszentren zum einen den bekannten Teil der Pflege, dazu aber auch die alltägliche Beschäftigung und Betreuung der Klient*innen. Sei es nun ein Ausflug, Gedächtnistraining oder die Gestaltung des Tages. Dabei liegt der Fokus auf dem ganzheitlichen Wohlbefinden der Klientinnen und Klienten. Unsere Absolventinnen und Absolventen stehen diesen in allen Bereichen zur Seite und sind wichtige Bezugsperson in deren Leben. So übernimmt eine gut ausgebildete und kompetente Fachperson die Arbeit von oftmals mehreren Menschen und hat die Gesamtsituation gut im Blick.