Zur aktuellen Situation in Aleppo

02.05.16 / 11:13

Aleppo unter heftigem Beschuss

Liebe Freunde, Förderer und Interessenten der Auslandshilfe der Caritas Salzburg!

Wie Sie sicherlich aus den Medien erfahren haben, ist die Situation in der nordsyrischen Großstadt Aleppo seit einigen Tagen dramatisch. Obgleich in den meisten übrigen Regionen des Landes die im Prinzip derzeit geltende Waffenruhe weitestgehend eingehalten wird, ist dies in Aleppo leider nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: es ist in den letzten Tagen zu massivem Beschuss fast der ganzen Stadt mit Raketen und Mörsergranaten sowie zu mehreren schweren Luftangriffen gekommen, von denen noch nicht klar ist, von wem sie tatsächlich ausgeführt wurden. Seit Samstag, dem 23. April. sind mehr als 1.300 Granaten und Raketen in der Stadt eingeschlagen, die zahlreiche Menschen getötet und verletzt haben und schwerste Schäden in der ohnehin schon seit langem leidgeprüften Stadt verursacht haben. An einem einzigen Tag, am Donnerstag (28.04.), wurden mehr als 40 Personen durch den Beschuss getötet und über 400 verletzt. Bei den Luftangriffen wurden auch zwei Krankenhäuser getroffen, wobei es zahlreiche Opfer gab, darunter auch medizinisches Personal. Unter anderem soll dabei auch der letzte noch in der Stadt lebende Kinderarzt getötet worden sein.

Caritas-Mitarbeiter Joseph Yeghia, der selbst einige Krankenhäuser besucht hat, berichtet, dass diese mit Patienten überfüllt sind und dass Medikamente, Blutkonserven und sonstiges Material knapp werden und die Situation katastrophal sei. Und Hanan Bali, die Projektkoordinatorin der Caritas Aleppo, berichtete am 25. April: „Ständig fahren Pick-ups am Caritas-Büro vorbei, deren Ladeflächen mit Verletzten oder Toten überfüllt sind, die meisten davon Kinder. Der Horizont ist von schwarzem Rauch erfüllt und der Lärm von vorbeirasenden Ambulanzen nimmt kein Ende. Unsere jungen Caritas-Mitarbeiter im Büro bekommen Anrufe von Eltern und Verwandten, die mitteilen wollen, dass es ihnen gut geht. Wir sind zwar noch am Leben, aber wir sind vom Tod umgeben und wissen nicht, wann dieser Schrecken endlich ein Ende nimmt.“

Bitte vergessen Sie das Leid der Menschen in Aleppo und auch der übrigen Kriegsopfer in den anderen Regionen des Landes nicht! Die Helfer der Caritas Syrien, die auch in diesen so schwierigen Augenblicken versuchen, den Opfern dieses unseligen Konfliktes beizustehen, und auch andere engagierte langjährige Projektpartner der Auslandshilfe der Caritas Salzburg vor Ort verdienen unsere Solidarität und unsere Unterstützung!

 

Stefan Maier

Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg und Nahost-Koordinator der Caritas Österreich