Katastrophenhilfe der Caritas beim Hochwasser 2013 in Kössen. Die Caritas zahlt Soforthilfe an die Betroffenen aus.

Obdachlose können ab sofort rund um die Uhr versorgt werden

19.11.20 / 14:00

Obdachlose Menschen sollen in der kalten Jahreszeit und in Zeiten von Covid-19 auch tagsüber nicht mehr auf die Straße. Nun ist es der Caritas gemeinsam mit dem Land Salzburg nach intensiven Bemühungen gelungen, ab 19. November 2020 im „Wolfgang‘s managed by a&o“ in der Fanny-von-Lehnert-Straße eine 24-Stunden-Unterbringung anbieten zu können: 43 obdachlose Menschen können hier rund um die Uhr bleiben, bekommen Verpflegung, können duschen, übernachten und erhalten Beratung von Sozialarbeiterinnen. Finanziert wird die Unterbringung je zur Hälfte von Land und Stadt Salzburg.

 

Johannes Dines, Direktor der Caritas Salzburg: „Niemand soll in Salzburg auf der Straße leben müssen, frieren und hungern. Mit der 24-Stunden-Unterbringung schaffen wir es, dass sich obdachlose Menschen in Salzburg nicht nur nachts, sondern auch tagsüber nicht mehr auf der Straße aufhalten müssen. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Quartier so kurz vor dem Winter noch eröffnen können. Angesichts der verschärften Corona-Maßnahmen haben nun auch obdachlose Menschen die Möglichkeit, sich nicht auf der Straße aufhalten zu müssen. Ein herzliches Danke an alle Beteiligten vor allem im Namen jener, die jetzt ein menschenwürdiges Zuhause für einige Monate haben!“

 

In Salzburg sind aktuell etwa 110 Menschen obdachlos. Ab 19. November können 43 Männer und Frauen in der Fanny-von-Lehnert-Straße 6-8 in Zweibett-Zimmern untergebracht werden. Das entspricht etwa den Nächtigungszahlen der letzten Zeit im Haus Franziskus. Die geltenden Corona-Regelungen werden eingehalten, das „Wolfgang‘s managed by a&o“ verfügt über ein zertifiziertes Hygienekonzept. Sollte es Covid-Fälle mit leichtem Krankheitsverlauf geben, stehen im Haus mehrere Zimmer als „Quarantänezimmer“ zur Verfügung. Rund um die Uhr sind zwei Mitarbeiter*innen der Caritas vor Ort, die Zuweisung ins Haus erfolgt über die Sozialberatung im Haus Elisabeth.

Weitere 40 Menschen werden wie bisher nachts im Haus Franziskus, 13 im Haus Elisabeth untergebracht.

 

Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann-Stellvertreter: „Ich bin froh, dass wir mit vereinten Kräften eine Lösung für wohnungslose Menschen in Salzburg gefunden haben. An diesem zusätzlichen Standort können diese nun über den Winter optimal versorgt werden. Die Caritas als erfahrene Vertragspartnerin in der Obdachlosenhilfe bietet ihnen dort einen geschützten Ort mit Verpflegung, Beratung und Betreuung rund um die Uhr. Zusätzlich gibt es an diesem Standort auch abgetrennte Räumlichkeiten für Personen, die Covid positiv getestet werden und einen leichten Krankheitsverlauf haben. Dies ist ein dringend notwendig gewordenes Ergänzungsangebot zu den beiden bestehenden Caritas-Häusern, wo aufgrund der derzeitigen Schutz- und Hygienevorschriften die Anzahl der Plätze reduziert werden musste.“

 

Anja Hagenauer, Stadträtin für Soziales: „Ich freue mich, dass gemeinsam mit der Caritas eine so rasche Lösung gefunden wurde. Gerade in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, dass Obdachlose nicht auf der Straße schlafen müssen und ein Dach über dem Kopf haben. Keiner darf zurückgelassen werden.“

 

Janko Gojkic, Leiter des Hauses: „Der Winter ist die härteste Zeit für obdachlose Menschen. Da schmerzt es besonders, wenn wir Menschen morgens wieder auf die Straße schicken müssen. Nun können sie den ganzen Tag bleiben und müssen nicht in die Kälte. Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv nach einem Standort gesucht und freuen uns sehr, dass wir nun das ‚Wolfgang‘s managed by a&o‘ nutzen dürfen.“

 

Christina Kaiser, a&o Sales Team: „Wir freuen uns über die Kooperation mit der Caritas Salzburg. Weil es Sinn macht, unsere Zimmer zu nutzen: aus Sicht der obdachlosen Menschen, die damit in den für sie besonders schwierigen Zeiten ein Dach über dem Kopf haben; aber natürlich auch für unser Team, das durch solch eine alternative Nutzung ganz klar motiviert wird. Kooperationen sind für uns alle in den letzten Monaten noch stärker in den Mittelpunkt gerückt; wir sind sehr flexibel und offen für gemeinsame Lösungen."

 

Zur Situation der Notreisenden in Salzburg

Die Caritas unterstützt die Heimreise von in Salzburg aufhältigen Notreisenden. Das entlastet die Kapazitäten im Haus Franziskus – hier stehen 40 Plätze zur Verfügung. Wir gehen davon aus, dass wir so alle Notreisenden, die in Salzburg bleiben wollen, in den nächsten Monaten unterbringen können.