Katastrophenhilfe der Caritas beim Hochwasser 2013 in Kössen. Die Caritas zahlt Soforthilfe an die Betroffenen aus.

Österreichische Integrationswochen: Miteinander. Im Dialog

11.04.19 / 13:33

Wann ist Integration gelungen? Wenn eine Person mit Migrationshintergrund gut Deutsch spricht? Eine Arbeit und einen festen Wohnsitz hat? Oder geht Integration darüber hinaus? Eine allgemein gültige Definition gibt es nicht. Die Wahrheit ist, Integration ist so vielfältig wie die Menschen selbst und braucht vor allem eines: Bereitschaft – und zwar von Seiten der MigrantInnen sowie von der heimischen Bevölkerung und Politik.

Die österreichweiten Integrationswochen laden vom 10. April bis zum 10. Mai zum Dialog ein. Die STROB Galerie in Salzburg wird in dieser Zeit zu einem Ort der Begegnung. Die Ausstellung „Was ist für mich Heimat?“, geschaffen von KlientInnen von Bauern helfen Bauern, Diakonie und Caritas, erzählen was Migration für sie bedeutet.

Majid Shiri Ghalehjoogh, anerkannter Flüchtling aus dem Iran: “Integration hat für mich viele Bedeutungen. Für mich bedeutet Integration zu allererst die Sprache zu sprechen und über die andere Kultur, ihre Bräuche und Traditionen und Religion zu lernen und Bescheid zu wissen. Integration ist für mich, Zukunft gemeinsam zu gestalten, Teilhabe am sozialen und politischen Leben und mich in der Gesellschaft nicht fremd zu fühlen. Integration ist für mich die Freiheit, über das eigene Leben entscheiden zu dürfen und dabei meinen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Österreich ist meine neue Heimat, in der ich meinen Glauben frei leben kann. Ich empfinde Österreich als meine Heimat und fühle mich hier wohl.“

Teilhabe an der Gesellschaft

„Dazugehören, wertgeschätzt werden, Chancen und Möglichkeiten haben und diese auch ergreifen können, das bedeutet für mich Integration. Ob Menschen mit Migrationshintergrund, NEET Jugendliche, die keine Arbeit oder Ausbildung haben oder langzeitarbeitslose Menschen – was es braucht, sind Zugangsmöglichkeiten zu  Arbeitsmarkt und Bildungseinrichtungen, um Menschen eine chancengerechte Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen. Gerade für Kinder und Jugendliche sind gute Bildungsmöglichkeiten wesentlich, um vor Arbeitslosigkeit und in weiterer Folge vor Armut zu schützen“, so Caritas Direktor Johannes Dines.

STROB Galerie: Was ist für mich Heimat?

In der STROB Galerie, Franz-Josef-Kai 9, kann die Ausstellung „Was ist für mich Heimat?“ besucht werden. An allen Samstagen während den Integrationswochen findet in der Galerie von 14.00 bis 18.00 Uhr ein Tag der offenen Tür statt – unter dem Motto „Beim reden keman d‘Leit zam“. Ausgestellt werden Bilder, gemalt von Kindern und Jugendlichen der Caritas-Lerncafés. DeutschkursteilnehmerInnen des Diakonie Flüchtlingsdienstes zeigen auf Fotos, wie sie Salzburg, ihre neue Heimat, sehen.

The Journey - Podcast über Flucht und Reise

Zu hören gibt es in der Ausstellung Podcasts aus dem Projekt „The Journey“ von Bauern helfen Bauern. Hier sprechen geflüchtete Menschen und Einheimische eindrucksvoll über ein respektvolles Zusammenleben. Peter Arp, Bauern helfen Bauern: „In unseren Podcasts kommen Geflüchtete zu Wort, die eine gefahrvolle Reise hinter sich haben. Sie treffen auf Einheimische, die ihre Ankunft und ihr Hierbleiben unterstützen und fördern. Die gemeinsamen Geschichten sind Zeugnis gelungener Integration. Doch sie zeigen auch, wie schwierig ein konfliktfreies Miteinander ist und wie lange Annäherung braucht.“

Integration als Bereicherung

TeilnehmerInnen des Caritas Jugendbeschäftigungsprojektes easy präsentieren an ausgewählten Tagen die von ihnen gefertigten Produkte. „Ich bin gern im easy, weil wir coole Sachen herstellen und ich auch noch Geld dafür bekomme - und ich freiwillig kommen kann“, erzählt eine Jugendliche aus dem Projekt.

Robert Strasser, STROB Galerie: „Ziel dieses Projekts ist es, den Personen, die aufgrund gelungener Integrationsmaßen als Bereicherung für unsere Gesellschaft angesehen werden können, eine Möglichkeit zu bieten sich zu präsentieren und mit der Bevölkerung in direkten Kontakt zu treten. Daher sind ganz besonders auch Personen eingeladen, die dem Thema „Integration“ skeptisch gegenüberstehen, die aber ein Interesse an einem gegenseitigen Kennenlernen haben.“

Sie wollen die Caritas Salzburg und deren Projekte unterstützen? Wir freuen uns über jede Mithilfe!