Katastrophenhilfe der Caritas beim Hochwasser 2013 in Kössen. Die Caritas zahlt Soforthilfe an die Betroffenen aus.

Neueröffnung Albertus-Magnus-Haus: Ein Zuhause für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen

14.09.18 / 13:10

Caritas Direktor Johannes Dines, LH Wilfried Haslauer, Erzbischof Franz Lackner, LH-Stv. Heinrich Schellhorn, freuen sich über die Neueröffnung des Albertus-Magnus-Hauses.

 

Salzburg, 14. September 2018: Nach einjähriger Bauphase eröffnet die Caritas Salzburg das Albertus-Magnus-Haus (AMH) wieder. Die traditionsreiche Einrichtung wurde zu einem Wohnhaus für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen ab dem 45. Lebensjahr umgebaut. Rund 35 Personen finden in vier Wohngruppen ein neues Zuhause.  Qualifizierte Fachkräfte unterstützen die BewohnerInnen dabei, ihr Alltagsleben möglichst selbstbestimmt und selbstständig zu gestalten Zusätzliche Leistungen des AMH sind eine Aufnahmebegleitung für zukünftige BewohnerInnen und zwei Plätze zur Kurzzeitbetreuung. Die Caritas Einrichtung ist suchtakzeptierend. Gefördert wird das AMH vom Land Salzburg.

Psychische Erkrankungen nehmen in unserer Gesellschaft immer mehr zu. Bereits jeder fünfte Mensch erkrankt mindestens einmal im Leben an einem psychischen Leiden. Über 30% der krankheitsbedingten Frühpensionierungen erfolgen aufgrund von psychischen Erkrankungen. Dr. Bernhard Hittenberger, Leiter des psychosozialen Diensts: „Durch verbesserte Therapie und Möglichkeiten zur Rehabilitation werden Menschen, die an schweren psychischen Erkrankungen leiden, im Vergleich zu früher im Durchschnitt deutlich älter. Diese Tatsache bedingt jedoch in der Folge auch eine steigende Anzahl von Personen, die zusätzlich zu ihrer psychischen Problematik auch Bedarf an körperlicher Pflege haben. Mit dem kombinierten Angebot von Betreuung der psychischen Besonderheit der BewohnerInnen und gleichzeitiger körperlicher Pflege schließt das Albertus-Magnus-Haus eine in den vergangenen Jahren ständig größer werdende Lücke in der Versorgung dieser Personengruppe.

Leben im Wohngruppenmodell
Vier Wohngruppen gibt es ab sofort im Albertus-Magnus-Haus. Davon sind drei Gruppen für Menschen mit psychischen Erkrankungen und einem hohen Pflegebedarf vorgesehen. Die Betreuung erfolgt hier 24 Stunden täglich über das ganze Jahr. Eine weitere Gruppe bietet Langzeitwohnen für Menschen mit geringerem Betreuungsaufwand, die nur tagsüber begleitet ist und in der Nacht durch eine Rufbereitschaft abgedeckt wird. Jedem/r BewohnerIn steht eine eigene Wohneinheit mit Bad und WC zur Verfügung. „Wir wollen unseren Bewohnerinnen und Bewohnern ein möglichst normales Leben bieten. Wir kochen zusammen und unternehmen gemeinsame Aktivitäten. Gleichzeitig ist es uns aber wichtig, zur Eigenaktivität zu ermuntern und den Erhalt der Kontakte nach außen zu fördern“, so Andrea Schmid, stellv. Caritas-Direktorin.

Aufnahmebegleitung
Mag. Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung: „Durch die Generalsanierung des bislang als Seniorenheim geführten Albertus-Magnus-Hauses konnte eine neue Wohneinrichtung für Personen mit chronifizierten psychischen Erkrankungen in der Stadt Salzburg geschaffen werden. Damit wird die Anzahl an Wohnplätzen weiter erhöht. Als neues Angebot wird im Albertus-Magnus-Haus darüber hinaus eine Aufnahmebegleitung installiert. Damit haben Personen, die noch keinen Wohnplatz haben, die Möglichkeit einen Einblick in die zukünftige Wohnform zu bekommen. Dies sollte eine Aufnahme in das AMH erleichtern.“

Kurzzeitbetreuung
Das Albertus-Magnus-Haus bietet auch zwei Kurzzeitpflegeplätze für Personen, die in privaten Haushalten leben. Dies kann bei einer Krise im persönlichen Lebensumfeld in Anspruch genommen werden oder zur Entlastung von Angehörigen – jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum von maximal 35 Tagen jährlich.

Geschichte des AMH
„Das Albertus-Magnus-Haus gründet in einer mehr als hundertjährigen Tradition der Dominikanerinnen von Salzburg. Der 1910 gegründete Orden setzte den Schwerpunkt in der Pflege, angefangen von der Betreuung von Menschen mit Behinderung bis hin zur Pflege älterer Menschen. Auch die Hospizarbeit hat ihre Anfänge im Albertus-Magnus-Haus. Nach erfolgter Renovierung sind wir nun stolz, dem Haus eine neue und menschlich wichtige Aufgabe zu geben.  Psychisch erkrankte Menschen mit hohem Pflegebedarf bekommen hier ein neues Zuhause und werden von einem engagierten Team liebevoll betreut“, berichtet Caritas Direktor Johannes Dines.

Bereits1910, im Gründungsjahr des Dominikanerinnenordens, gaben die Schwestern Menschen mit einer besonderen Beeinträchtigung ein Zuhause. 1939  kaufte der Orden den „Gasthof Bahnhof“ in Salzburg Parsch und funktionierte ihn zum Altenheim „St. Josef“ mit 14 Plätzen um. Von 1973 bis 1975 erfolgte der Neubau des Albertus-Magnus-Hauses. 1989 übernahm die Erzdiözese Salzburg das Haus und erweiterte die Einrichtung in den folgenden Jahren auf ca. 70 Plätze. Ein Meilenstein in der Geschichte ist der Aufbau der Hospizarbeit, die 1992 begann. 2011 nahmen die letzten sechs Schwestern Abschied. Grund dafür war das Fehlen junger Schwestern. Die Caritas Salzburg führte das AMH bis Mai 2017 als Seniorenheim. Notwendige Sanierungen und die Fortführung als Seniorenwohnheim mit einem zeitgemäßen Standard waren aus technischen und finanziellen Gründen nicht möglich.

Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen ab 45 Jahren finden im Albertus-Magnus-Haus ein neues Zuhause.

In den Wohngruppen des Albertus-Magnus-Haus wird zusammen gekocht.

Erzbischof Franz Lackner segnet das Albertus-Magnus-Haus.

Caritas Direktor Johannes Dines, LH Wilfried Haslauer, Erzbischof Franz Lackner, LH-Stv. Heinrich Schellhorn, freuen sich über die Neueröffnung des Albertus-Magnus-Hauses.

Dr. Hittenberger, Leiter des psychosozialen Dienstes, Andrea Schmid, stellv. Caritas Direktorin, Caritas Direktor Mag. Johannes Dines und Mag. Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung des Land Salzburgs bei der Eröffnung des Albertus-Magnus-Hauses.