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„Dieses Gefühl, dass jemand da ist …“

Zwillinge mit Mutter und Caritas-Familienhelferin.

Familienhilfe. „Alleine dieses Gefühl, dass jemand da ist, bedeutete schon eine Erleichterung.“ Angelika Fuchs spricht von den beiden Familienhelferinnen, die im Sommer eingesprungen sind, als ein Liegegips den Aktionsradius der dreifachen Mutter radikal einschränkte. Egal ob ein Elternteil wegen eines Unfalls ausfällt oder nach einer Mehrlingsgeburt zusätzliche Hände gebraucht werden. Mit der Familienhilfe der Caritas können schwierige Situationen gemeistert werden.

Ingrid Burgstaller

Sprunggelenk gebrochen und Bänder gerissen. Das hieß für Angelika Fuchs aus Seekirchen unglaubliche Schmerzen und zwei Wochen Spital. Daheim war sie dann nicht nur durch den Liegegips gehandicapt. „Es ging gar nichts. Mir war schwindelig, ich konnte nicht einmal alleine duschen“, erinnert sich Fuchs. „Mein Mann hat natürlich viel gemacht, aber er ist beruflich stark eingespannt und häufig unterwegs. Meine Mutter ist aus Linz gekommen, um sich zu kümmern.“ Doch die Mutter von Angelika Fuchs ist berufstätig, Linz nicht gerade um die Ecke. „In meiner Not dachte ich, es muss doch etwas geben.“

Die Caritas Familienhilfe

Hilfe kam von der Caritas, konkret von zwei Familienhelferinnen, die mehrere Wochen bei Fuchs und ihren Lieben im Einsatz waren. „Wenn du nichts mit den Kindern unternehmen kannst, ist es einfach gut, jemanden zu haben. Jemanden, der einmal mit dem Kleinen spielt und den du bitten kannst, das Bad zu putzen.“ Überhaupt sei das Dasein für sie das Wichtigste gewesen. „Zu wissen, da ist ein Mensch, der dir hilft. Das gab mir Sicherheit.“ Viktoria und Letizia, die beiden Mädchen mit zehn und zwölf Jahren und der fünfjährige Maxi haben sich gut mit den Familienhelferinnen verstanden. „Ich konnte ja nicht aufstehen. Die Kinder waren schon arm. Immer hieß es, kannst du mir bitte dies oder das holen. Ich war völlig außer Gefecht.“ Für den Kleinen sei es schön gewesen, dass die Familienhelferin auch mal mit ihm raus ist zum Radfahren. Kinder und Haushalt in besten Händen Netzwerke mit Oma, Opa oder Tanten in unmittelbarer Nähe sind nicht mehr selbstverständlich. „Deshalb braucht es Einrichtungen wie die Familienhilfe. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Unterstützung hatte. Meiner Meinung nach gehört das noch mehr gefördert“, betont Angelika Fuchs.

Gut aufgehoben im eigenen Zuhause

„Die Sozialbetreuerinnen packen an, wo es notwendig ist, holen die Kinder vom Kindergarten oder Hort ab, kümmern sich um die Kleinen, kochen und machen das, was in einem Haushalt anfällt, vom Putzen bis zum Wäschewaschen. So bleiben die Kinder auch in Not- und Krisensituationen in ihrer vertrauten Umgebung“, fasst Mag. Imma Kogelnik-Windisch, Leiterin der Familienhilfe Caritas Salzburg, die Einsatzfelder ihrer Familienhelferinnen zusammen. Im Jahr 2014 wurden in Salzburg 145 Familien in 11.578 Stunden und 2.097 Einsätzen betreut. Die Kosten sind sozial gestaffelt und werden individuell berechnet.