Mit der Schule wird die Not gelindert

Im Libanon bleiben viele Kinder von Flüchtlingen und ArbeitsmigrantInnen völlig rechtlos und unbeachtet zurück. Das Vorschulprojekt Beth Aleph fängt sie auf.

Ohne die tägliche warme Mahlzeit in Beth Aleph und die Lebensmittelpakete der Caritas würden wir wohl kaum überleben“, so Fatima. Ihre beiden Kinder Nirma und Rayan besuchen die Vorschule Beth Aleph, ein Ziehsohn gehört auch noch zur Familie. Gemeinsam leben die Vier in einem winzigen Raum mit einem Bett und Kasten, eine verflieste Kammer dient zugleich als Küche und Toilette.

Fatima kam aus Sri Lanka in den Libanon und hoffte mit einer Anstellung als Haushaltshilfe auf ein besseres Leben. Doch ihr Arbeitgeber beutete sie aus. Fatima lief davon und ist seitdem illegal im Land, da ihre Aufenthaltserlaubnis, wie im „Kafala“-System üblich, an den Arbeitsvertrag gekoppelt ist. Um die beiden baufälligen Räume nutzen zu dürfen, putzt Fatima täglich das Gebäude mit 30 Wohneinheiten, bezahlt wird sie dafür nicht. In ihrer Situation ist es unmöglich, den Kindern eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu bieten.

Bildung gegen den Hunger

Um dem Hunger entgegenzutreten reicht es nicht aus, Menschen nur mit Trinkwasser und Nahrung zu versorgen. Um den Hunger zu beenden, müssen wir Strukturen aufbauen und die Ursachen bekämpfen: Klimakrise, Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte und Kriege, Armut – um nur einige zu nennen. Jungen und Mädchen müssen gut ernährt und gebildet sein, die ländliche Infrastruktur muss gestärkt werden. Hilfe, die Gemeinschaften widerstandsfähiger und stabiler macht, wird auch den Hunger verringern. Nachhaltige Projekte der Caritas sind vor allem in der Landwirtschaft und im Bildungssektor angesiedelt. Die Caritas Salzburg unterstützt seit vielen Jahren Bildungsprojekte in Krisengebieten und hilft auch dort, wohin Menschen fliehen.

Im Libanon sind die Preise explodiert

Auch acht Jahre nach Kriegsbeginn ist der Libanon das Land mit den meisten syrischen Flüchtlingen pro Kopf weltweit. Zudem beherbergt das Land rund 250.000 asiatische und afrikanische ArbeitsmigrantInnen. Durch den starken Zuzug in das kleine Land sind die Lebenshaltungskosten eklatant gestiegen. Besonders die Angehörigen der Randgruppen leben oftmals in baufälligen, feuchten Wohnungen, ohne fließendes Wasser und Strom. Für die Kinder bleibt kaum Platz zum Spielen, viele bleiben tagsüber sich selbst überlassen. Ohne die nötigen Papiere gibt es kein Recht auf Bildung. In einem Schulprojekt der Caritas, wie z.B. Beth Aleph bekommen die Kinder und Jugendlichen, was ihnen sonst fehlen würde: Warme Kleidung und Essen.

Das Mittagessen muss oft für den ganzen Tag reichen

Nirma und Rayan werden gemeinsam mit mehr als 100 anderen Kindern aus 16 Nationalitäten im „Haus des Alphabets“ liebevoll betreut und pädagogisch gefördert. Hier finden die beiden alles, was ihnen sonst aufgrund ihres illegalen Status verwehrt bleiben würde: Zugang zu Bildung, Schutz, Geborgenheit, die Sicherung ihrer Grundrechte und regelmäßige Mahlzeiten. Die Kinder von drei bis sieben Jahren bekommen Schulmaterialien, werden eingekleidet und mit Bussen zur Vorschule gebracht. Auch medizinische und psychologische Betreuung steht im „Haus des Alphabets“ zur Verfügung, ein wichtiges Angebot für die oft verwahrlosten und traumatisierten Kinder. Die Warteliste ist lang, immer wieder müssen Kinder abgelehnt werden.

Noch mehr Platz, um Kind sein zu dürfen

Vor einigen Monaten stand fest: Beth Aleph muss umziehen. Es braucht mehr Raum, eine behinderten- und kindgerechte Einrichtung und eine sicherere Umgebung. Eine leerstehende Schule der Lazaristen steht zur Verfügung, doch ohne Hilfe können die Kinder das renovierungsbedürftige Schulhaus nicht beziehen. Größere Klassenräume, Spielplätze, ein Migrantencenter mit Beratung sowie eine Notunterkunft für Frauen sollen unter einem Dach Platz finden. Für die Finanzierung wird noch dringend Unterstützung aus Salzburg gebraucht.

So können Sie beispielsweise helfen

Um die Schule zu bauen und zu einem Ort zu machen, an dem sich Kinder wohlfühlen, aber auch für den laufenden Betrieb, sammeln wir Spenden. Um eine Vorstellung dafür zu geben, was Ihre Spende bewirken kann:

  • 5 Euro für die Schulausspeisung
  • 40 Euro für eine Schultafel
  • 60 Euro für Wandfarbe zum Streichen der neuen Klassenräume
  • 100 Euro für die basismedizinische Versorgung für alle Schulkinder für einen Monat
  • 200 Euro für eine kindgerechte Toilette und Waschbecken

Sie können den Betrag auch im nächsten Schritt noch ändern: